Kunst der Identität: Partnerschaften zur Verbesserung der Qualität von Jugendarbeit und Jugendbegegnungen

Projekt einer Kleinpartnerschaft

Drei Partnerorganisationen — Solidarus e.V. (Deutschland), Young Folks Lt. (Litauen) und Migdal (Lettland) — brachten Fachkräfte der Jugendarbeit, pädagogische Fachkräfte und Kunstschaffende zusammen, um zu untersuchen, wie künstlerische Praktiken zu wirksamen Methoden der non-formalen Bildung werden können. Das Projekt widmete sich der Identität junger Menschen sowie den Themen Vielfalt und Dialog in heutigen europäischen Gesellschaften. Das Projekt wurde durch das Erasmus+-Programm der Europäischen Union gefördert.

Warum dieses Projekt?

Das Thema Identität gewinnt für junge Menschen zunehmend an Bedeutung, insbesondere für diejenigen, die in unterschiedlichen kulturellen Kontexten leben, Migrationserfahrungen haben, Minderheiten angehören oder mit eingeschränkten Teilhabemöglichkeiten konfrontiert sind. Gleichzeitig ist es nicht immer einfach, ein Gespräch über Identität zu beginnen: Jungen Menschen fällt es mitunter schwer, ihre Erfahrungen in Worte zu fassen, Unterschiede zu thematisieren und offen in einen Dialog zu treten.

Künstlerische Praktiken bieten eine andere Sprache, um Identität zu erforschen und auszudrücken. Sie ermöglichen die Arbeit mit Bildern, Bewegung, Klang, Raum und gemeinsamem kreativem Schaffen. Eine künstlerische Praxis wird jedoch nicht automatisch zu einer Bildungsmethode: Sie muss an die Ziele der Jugendarbeit angepasst, durch die Reflexion der gemachten Erfahrungen ergänzt und auf die Bedürfnisse einer konkreten Gruppe abgestimmt werden. Deshalb brachte das Projekt die Erfahrungen von Fachkräften der Jugendarbeit, pädagogischen Fachkräften und Kunstschaffenden zusammen.

Was wollten wir erreichen?

Gemeinsam mit unseren Partnern wollten wir:

- Methoden finden, anpassen und beschreiben, die künstlerische Praktiken für die Arbeit zum Thema Identität nutzen;

- neue Formate der non-formalen Bildung für junge Menschen entwickeln, einschließlich künftiger internationaler Jugendbegegnungen;

- die Kompetenzen von Fachkräften der Jugendarbeit, pädagogischen Fachkräften und Kunstschaffenden stärken und einen Raum für ihre professionelle Zusammenarbeit schaffen;

- die entwickelten Methoden und Formate in die kontinuierliche Arbeit der Partnerorganisationen integrieren.

Wie verlief das Projekt?

September, Riga — Auftakttreffen der Partnerorganisationen. Die Partner präzisierten die Bedürfnisse ihrer Organisationen und Zielgruppen, konkretisierten den Zeitplan und die Aufgabenverteilung, stimmten die Ansätze für Kommunikation, Monitoring und Evaluation ab und bestimmten gemeinsam die zentralen Identitätsfragen, auf die sich die weitere Arbeit konzentrieren sollte.

Vorbereitende Arbeit in den Organisationen. Fachkräfte der Jugendarbeit, pädagogische Fachkräfte, Freiwillige und Kunstschaffende werteten ihre eigenen Erfahrungen aus und suchten und wählten künstlerische Praktiken und kunstbasierte Ansätze aus, die für die Arbeit mit jungen Menschen nützlich sein könnten. Die Partner analysierten, welche Erfahrungen diese Praktiken ermöglichen, welche Aspekte von Identität sie thematisieren können und in welchen Formaten sie eingesetzt werden können.

Dezember, Berlin — internationales Methodikseminar. Vertreterinnen und Vertreter der drei Organisationen präsentierten die ausgewählten Praktiken und Methoden, analysierten gemeinsam ihr Potenzial und tauschten sich über ihre professionellen Ansätze aus. Die Teilnehmenden diskutierten Ziele, Durchführungsbedingungen, Struktur, Reflexionsformen, Einsatzmöglichkeiten und Grenzen der entwickelten Methoden. Darüber hinaus wurden mehrere künstlerische Praktiken unmittelbar demonstriert. Auf Grundlage der eigenen Teilnahmeerfahrung diskutierte die Gruppe, wie jede von ihnen in eine Bildungsmethode mit klarer Logik, Lernzielen und einer inhaltlich fundierten Reflexion überführt werden kann. Dieser Prozess diente als Modell für die anschließenden Kunstworkshops und die methodische Arbeit in den Organisationen.

Lokale methodische Arbeit. Nach dem internationalen Seminar setzten die Partner die Arbeit in ihren Organisationen fort: Sie führten Kunstworkshops durch, beschrieben die entwickelten Methoden ausführlich, erprobten sie mit Kolleginnen und Kollegen sowie jungen Teilnehmenden und sammelten Rückmeldungen. Auf Grundlage der praktischen Erfahrungen wurden die Beschreibungen präzisiert und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse unterschiedlicher Gruppen und nationaler Kontexte weiterentwickelt.

April, Berlin — Projektlabor. Beim abschließenden internationalen Arbeitstreffen evaluierten und überarbeiteten die Teilnehmenden die vorbereiteten Methodenbeschreibungen, werteten die methodische Arbeit aus und konzentrierten sich darauf, wie die Projektergebnisse in konkrete Formate für die weitere Tätigkeit der Partnerorganisationen überführt werden können. Das Projektlabor verband die entwickelte Methodik mit praktischer Planung, der anschließenden Nutzung der Ergebnisse und der weiteren Zusammenarbeit.

Abschluss des Projekts. In der letzten Phase führten die Partner eine umfassende Evaluation des Projekts, seines Verlaufs und seiner Ergebnisse durch, schlossen die Redaktion der gemeinsamen Materialien ab und organisierten die Verbreitung der Ergebnisse innerhalb ihrer Organisationen und unter einer breiteren Fachöffentlichkeit.

Zentrale Ergebnisse

Für die interne Arbeit der Partnerorganisationen wurden Roadmaps für jede Organisation, Konzepte für eintägige Veranstaltungen für ihre jeweilige Zielgruppe sowie Programme zur Verbreitung und Nutzung der Projektergebnisse innerhalb der Organisationen — für die Fachkräfte der Jugendarbeit, Leitungspersonen und Freiwilligen jedes Partners — erarbeitet. Diese Materialien helfen dabei, die entwickelten Ansätze in die laufende Arbeit der Organisationen zu integrieren, sie an einen größeren Kreis von Kolleginnen und Kollegen weiterzugeben und konkrete Aktivitäten mit jungen Menschen zu planen.

Für die weitere internationale Zusammenarbeit wurden zwei vorläufige Konzepte für Jugendaustauschen. Die Partner planen, sie weiterzuentwickeln, in vollständige Projektanträge zu überführen und zur Förderung durch das Programm Erasmus+ einzureichen.

Für eine breitere Fachöffentlichkeit wurde ein Methodisches Arbeitsbuch erstellt, der 11 Methoden auf der Grundlage künstlerischer Praktiken enthält. Sie behandeln unterschiedliche Aspekte der Identitätsarbeit: das Verständnis des Phänomens Identität selbst, die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität, ihre sozialen und politischen Dimensionen sowie die Zusammenhänge zwischen Identität und Vielfalt, Konflikt und gesellschaftlichem Zusammenhalt.

Jede Beschreibung enthält die Ziele der Methode, empfohlene Durchführungsbedingungen, benötigte Materialien, einen schrittweisen Ablauf, Fragen für die Reflexion, mögliche Anpassungsvarianten sowie Risiken und Grenzen. Die Methoden können als eigenständige Einheiten eingesetzt oder in Programme von Seminaren, Camps, Trainingskursen und Jugendbegegnungen integriert werden.


Wie geht es weiter?

Durch das Projekt erhielten die Partner nicht nur neue Instrumente, sondern entwickelten auch einen gemeinsamen Ansatz, um künstlerische Praktiken in einen Bildungsprozess zu überführen, der persönliche Erfahrungen, gemeinsames kreatives Schaffen und eine fundierte Reflexion miteinander verbindet. Die Partnerorganisationen werden die entwickelten Methoden und Programme in ihrer täglichen Arbeit mit jungen Menschen einsetzen und an Kolleginnen und Kollegen, Leitungspersonen und Freiwillige weitergeben. Die beiden entwickelten Konzepte für Jugendbegegnungen sollen zu vollständigen Projektanträgen weiterentwickelt und zur Förderung durch das Programm Erasmus+ eingereicht werden.

ADDRESS
c/o Alexey Kozlov
Torgauer Str. 63
12627 Berlin
Deutschland

CONTACT
Email: [email protected]
Phone/fax: +491781723827

Solidarität mit der Bürgerbewegung in Russland e.V. (Solidarus)


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